Radverkehr : Sicher – Zügig – Komfortabel

Sicher, zügig, komfortabel. So geht Radfahren. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist man nah am Ideal.

Sicher und zügig wäre schon super.

Sicher ist Grundbedingung.

Das gilt natürlich für die gesamte Fahrtstrecke.

Aus: Radverkehr Harsefeld Projektskizze, S.2, Stand: 15.5.17

Harsefeld plant eine Radfahrer-/Fußgängerbrücke zwischen Querweg und Böberstroot, über die man auch zum Bahnhof gelangt. Entweder mit dem Fahrstuhl oder über eine Rampe. Ca. 3,5 Millionen Euro soll das kosten. Ca. 70 % davon erhofft man sich durch gutes Abschneiden beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“.

Über die Brücke braust man bergab, durch die Böberstroot (soweit: sicher, zügig, komfortabel), die Griemshorster Straße (Achtung: rechts vor links!), den Kreisel bei Gelis und – muss in der Herrenstraße auf den Geh-/Radweg. Klar, dass man als Radfahrer sein Tempo an die Fußgänger anpasst (sicher, langsam).

Ab der Einmündung Amtshof wird’s gefährlich!

Die Bebauung reicht bis an den heutigen und, nach den derzeitigen Planungen, künftigen Geh-/Radweg heran. Fußgänger, die aus den Häusern kommen, treten direkt auf den Gehweg, ohne Radfahrer vorher sehen zu können. Rumms – wenn einer nicht aufpasst. Hoffentlich stürzt niemand auf die Straße!

Noch schlimmer: Autos von einem der zahlreichen Höfe müssen sich auf den Geh-/Radweg tasten, ohne dass der Fahrer sich nähernde Radfahrer sehen kann!

Deshalb müssen auch Radfahrer an diesen Hauseingängen und Ausfahrten auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen. Das ist weder komfortabel, zügig und schon gar nicht sicher! Im Gegenteil: Das ist höchst riskant für alle Verkehrsteilnehmer! Für Radfahrer, für Menschen, die aus den Häusern treten und für diejenigen, die mit dem Auto vom Hof wollen.

Wie passt das zusammen?

Auf der einen Seite wird viel Geld für den Komfort (Brücke) ausgegeben und auf der anderen Seite hält man an der höchst risikioreichen Ausbauplanung für die Herrenstraße fest?

Das geht besser – mit Schutzstreifen auf der Fahrbahn.

Grafik aus Präsentation PGV Hannover, S. 37, Stand: 14.4.2015

Fußgänger haben den Gehweg für sich. Die Straße könnte breit genug gebaut werden, damit 2 Pkw plus 2 Radfahrer nebeneinander passen und ungehindert ihr Ziel ansteuern können. Nur breitere Kraftfahrzeuge müssten den Schutzstreifen bei Gegenverkehr ggf. mitbenutzen und sich, wenn nötig, hinter einem Radfahrer einreihen.

Noch ist die Herrenstraße nicht neu gebaut – wie vor 40 Jahren mit Geh-/Radwegen, die sich Radfahrer und Fußgänger teilen müssen.

Noch könnte Harsefeld etwas für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer tun, anstatt 3,5 Millionen Euro für ein wenig mehr Komfort für Fußgänger und Radfahrer durch die Brücke auszugeben. Auch Geld für ein Radverkehrskonzept für den ganzen Ort wäre noch übrig.

Die Menschen steigen nur auf’s Rad, wenn sie sich auf der gesamten Fahrtstrecke sicher fühlen. Die Brücke allein bringt niemand zusätzlich aufs Rad.

Nur wenn viel mehr Menschen in Harsefeld radeln, ist das „Klimaschutz durch Radverkehr“!

 

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