Radverkehr – Gesamtkonzept oder Stückwerk? – Bauausschusssitzung 14.7.15

Für den komfortablen Zugriff durch interessierte Mitbürger verlinken wir hier die Vorlagen zu den 4 relevanten Tagesordnungspunkten der Bauausschusssitzung am 14. Juli 2015, 19 Uhr:

Die Verwaltung möchte anscheinend, dass die Radverkehrsführung in Harsefeld Stückwerk bleibt. Das widerspricht dem im September 2014 einstimmig gefassten Beschluss des Verwaltungsausschusses, die Experten der PGV mit der “Förderung des Fahrradverkehrs” zu beauftragen. Damals waren sich Verwaltung und alle Fraktionen einig, es sei das intensiv verfolgte Ziel, den Radverkehr in der Marktstraße und möglichst auch auf den anderen Straßen auf die Fahrbahn zu verlagern.

Den ersten Entwurf eines entsprechenden Gesamtkonzeptes legte die PGV in der Bauausschusssitzung am 14. April 2015 vor. Hier der Link zum TOP Ö7 “Fahrradfreundliches Harsefeld Maßnahmen zur Förderung und Verbesserung der Radverkehrssituation” mit den Vorschlägen in den Anhängen.

Folie 3 der “Präsentation PGV” zeigt die ursprüngliche Aufgabenstellung, die damals zusätzlich die Integration der Brücke Böberstroot/Querweg (geschätzte Kosten 3,5 Millionen Euro) und die Überprüfung der Radrouten von den Ortsrändern ins Zentrum umfasste:

Diese Vorschläge gingen der Verwaltung und einigen Fraktionen offenbar zu weit. Insbesondere der Vorschlag, den Radverkehr in der Herrenstraße auf Schutzstreifen auf der Fahrbahn anstatt auf dem Rad-/Gehweg zu führen, dürfte auf Widerstand gestoßen sein. Der Flecken müsste den Bau der Gehwege bezahlen, wenn er die Radwegbenutzungspflicht aufhebt. Dafür notwendige Ausgaben seien den Bürgern nicht zuzumuten, so der Gemeindedirektor. Wenn die Herrenstraße wie begonnen mit kombinierten Geh/Radwegen weitergebaut würde, würde der Kreis-/das Land auch die Wege zahlen. Im Gegensatz zu den ca. 3,5 Millionen Euro für die Brücke ist für die Gehwege in der Herrenstraße und damit für mehr Sicherheit der Radfahrer anscheinend kein Geld da. Ob die Fahrbahnnutzung wirklich sicherer ist oder nicht, kann nur eine systematische Verkehrszählung erweisen, die über Fahrzeuganzahl und -art Aufschluss gäbe.

Jedenfalls wies die Verwaltung die PGV einen Tag vor dem für den 28. April 2015 geplanten Workshop an , sich auf die Marktstraße und die Öffentlichkeitsarbeit zu beschränken. Das dürftige Ergebnis dieser so gestutzten Studie findet sich als Anhang zu TOP Ö7 der Juli-Sitzung, siehe oben.

Es bleibt also dabei, wenn sich die Harsefelderinnen und Harsefelder nicht zu Wort melden:

  • Hier die Buxtehuder Straße mit Radfahrschutzsteifen bergab, dort der Kreisel Paschberg mit Radlern auf der Fahrbahn, Friedrich-Huth-Straße und Herrenstraße werden nicht betrachtet, genau so wenig wie die Radverkehrsführung im Kreisel bei Gelis, die 1. anders als am Paschberg und 2. entgegen der laut SHP verbindlichen ERA 2010-Vorgaben auf dem Gehweg um den Kreisel herum erfolgen soll.
  • Die Wirkung der auf vielen Straßen und zudem noch unterschiedlichen “Radfahrer frei”-Beschilderung auf Gehwegen oder den auf dem Workshop identifizierten Gefahrenpunkten z.B. Griemshorster Straße/Am Redder und Weißenfelder Straße bei den Bahnübergängen wird nirgendwo thematisiert.
  • Die Radfahrer können aus Sicht der Autofahrer weiterhin von überall kommen: auf der Straße, und je nach Straße auf dem Gehweg rechts und/oder links aus einer oder aus beiden Richtungen. Eine Minderung des dadurch teilweise bis zu 18 mal höhreren Unfallrisikos für Radfahrer (Fahrbahn versus abgesetzter Radweg in Gegenrichtung zum Kfz-Verkehr) wird nicht mehr versucht. Das könnte nur ein Gesamtkonzept leisten.

Wer in Harsefeld künftig sicher, zügig und ohne Angst radfahren möchte, sollte die Bauausschusssitzung am 14. Juli, 19 Uhr, besuchen und sich für ein Gesamtkonzept stark machen. Die Zuschauer werden Gelegenheit bekommen, Fragen zu stellen und – wenn die Mehrheit der Ausschussmitglieder es erlaubt – zu den einzelnen TOP ihre Meinung zu sagen.

Hier noch einmal der Link zu den Positionen der Harsefelder GRÜNEN zum Radverkehr.

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